Linux ist keine Alternative

Lesezeit: 13 Minuten

Linux ist nicht nur kostenlos, es bietet Ihnen Sicherheit und viele Möglichkeiten. Viren und Schadsoftware haben unter Linux kaum eine Bedeutung – im Gegensatz zu Windows! Und macOS, das ist doch ohnehin nur für Designer und Fotografen. Linux ist außerordentlich stabil, außerdem sehr leistungsstark und quelloffen – ein Weltprojekt, an dem international viele Menschen täglich arbeiten, sich verwirklichen und für Ihre Sicherheit sorgen. Jetzt ist mehr denn je die Zeit dafür, Windows den Rücken zu kehren und auf das Betriebssystem Linux umzusteigen. Das haben Sie bestimmt schon öfter gelesen.

Wo liegt das Problem?

Stellt Microsoft den Support für eine beliebige Windows-Version ein, wird das Netz regelmäßig von Artikeln überflutet, die meist unwissenden Anwendern suggerieren, am besten sofort alles hinzuwerfen und auf Linux umzusteigen. Ein Bisschen Werbung für Linux zu machen ist an sich kein Problem. Es wird jedoch immer vorausgesetzt, dass Anwender keinerlei individuelle Ansprüche und Anforderungen besitzen.

Linux ist eine Option, aber nicht »die Alternative«. In keinem solchen Artikel werden Endanwender darauf hingewiesen, dass es sich dabei um völlig unterschiedliche Systeme mit einer genau so unterschiedlichen Handhabung handelt. Die Erkenntnis kommt bei den Nutzern selbst in der Regel erst dann, wenn es schon zu spät ist. Es stellt sich beiläufig die Frage, warum allgemein davon ausgegangen wird, dass sich durchschnittliche Heimanwender nur zwischen Browser und vielleicht einem Musikprogramm bewegen. Das ist definitiv nicht der Fall.

Über dem Tellerrand

Ziehen wir bei Formaten die gebräuchlichsten heran, wird es unter einem Linux-Betriebssystem keine Probleme geben. Die Fotosammlung, sofern sie nicht in einem speziellen Programmformat vorliegt, kann weiterhin betrachtet werden. Die Musik kann weiterhin gehört werden. Office-Dokumente, die Sie in Microsofts bekanntem Office-Paket erstellt haben, können im bekannten OpenOffice oder LibréOffice weiter bearbeitet werden. Auch die bekannten Browser wie Firefox und Chrome sind da. Das ist der Teller, doch wie sieht es über dem Tellerrand aus?

Sicherlich besitzen Sie Software, mit der Sie arbeiten. Sie haben doch nicht etwa für diese Software, also etwas das man gar nicht anfassen kann, bezahlt? Diesen Satz liest man leider oft aus den Reihen eingeschworener Linux-Anwender. Wie man nur auf die Idee kommen kann, dass ein Entwickler für seine harte Arbeit auch noch eine Vergütung haben will – ein Rätsel! Dennoch, diese Software hat höchstens noch einen Wiederverkaufswert.

In der Linux-Welt dreht sich das meiste um Open Source. Vereinfacht gesagt, es handelt sich dabei um Anwendungsprogramme, die für den Endnutzer in der Regel kostenlos sind. Es ist also vielleicht ein Ersatz vorhanden, sogar kostenlos, dennoch haben Sie für die bereits vorhandene Software bezahlt, kennen und schätzen ihren Funktionsumfang oder nutzen sogar Zusatzdienste. Gängige Spiele oder Anwendersoftware aus der gewohnten Welt wie Microsoft Office, Adobe Photoshop oder iTunes oder eine spezielle Gerätesoftware – unter Linux können Sie damit nichts mehr anfangen.

Windows und Linux sind verschiedene Welten

Sie haben ein Fahrrad und ein Paar Rollschuhe. Mit beidem können Sie fahren, aber eben auf unterschiedliche Weise. Eine Software die unter Windows läuft, läuft nicht unbedingt auch unter Linux – genau so umgekehrt. Der Vollständigkeit halber erwähnt, es gibt verschiedene Möglichkeiten, Windows-Software auf Linux zu nutzen, sie zum Beispiel zu emulieren – das bringt aber in der Regel eher Probleme mit sich, sofern es überhaupt funktioniert.

Meistens werden nur stark veraltete Programmversionen von Emulatoren unterstützt. Die Performance des Programms wird dabei stark beeinträchtigt und es läuft im Normalfall auch nur sehr fehlerbehaftet, höchstwahrscheinlich aber gar nicht. Es muss also Ersatz gefunden werden: Ein Linux-Programm, das zumindest mit den Dateiformaten des Windows-Programms arbeiten kann. Es wäre mehr als Zufall, wenn das Ersatz-Programm alle gewohnten Funktionen besäße. Dies soll keinesfalls bedeuten, dass ein Linux-Programm grundsätzlich schlechter ist als ein Windows-Programm, jedoch liegt entweder das Pedant des selben Herstellers für beide Systeme vor, oder man hat eben nur einen Ersatz. Lachen Sie nur, aber für die meisten Heimanwender ist es ein rotes Tuch, wenn das Ersatzprogramm nur anders aussieht.

Hardware? Kein Problem, aber…

Früher war es mühsam Hardware wie Drucker, Digitalkamera, Scanner und anderes unter Linux zur Funktion zu bringen, diese Situation hat sich aber enorm verbessert. Die meisten Geräte lassen sich heute problemlos mit Linux verwenden. Der Haken: Hersteller legen ihren Geräten Software bei. Vieles davon ist in der Tat unnütz und wird meist besser durch systemeigene Funktionen unterstützt, dennoch lassen sich in vielen Fällen erst durch diese Anwendungen die Geräte in maximalem Umfang nutzen. Beispielsweise lässt das Bedienermenü am Multifunktionsgerät die Steuerung der Software am Computer zu; Faxe versenden, gescannte Fotos und Dokumente direkt am Gerät verwalten und in eine bestehende Ordnerstruktur ablegen oder gleich per E-Mail verschicken.

Software wie diese ist nur in Ausnahmefällen auch für Linux verfügbar. Damit ergibt sich auch, dass die meisten Treiber, mit denen die Geräte überhaupt erst unter einem Betriebssystem funktionieren, unter Linux nicht vom eigentlichen Gerätehersteller stammen – also aus dritter Hand sind und so kann es auch hier zu starken Einschränkungen bei der Nutzung der Geräte kommen. Gibt es also weder Treiber noch Software, bieten die Hersteller folglich auch keinen Support für ihre Geräte unter Linux-Systemen an.

Das Linux-Problem

Wir kommen nicht darum herum, die Stolpersteine müssen auch Erwähnung finden. Kompatibilität, Fragmentierung, Verlässlichkeit und eine klare Linie stellen unter Linux horrende Probleme dar. Während Windows überwiegend zu Windows und macOS zu macOS kompatibel sind, ist das bei Linux meist nicht der Fall. Die Anzahl der Linux-Distributionen geht in die Tausende und hier liegt schon das Hauptproblem, die Fragmentierung. Was unter einem Linux funktioniert, muss unter einem anderen Linux nicht auch so sein. Verlässlichkeit? Das kommt ganz darauf an, die Entwickler einer Distribution haben morgen vielleicht schon keine Lust mehr dazu und sind verschwunden. Bekannteste Beispiele sind die ehemals sehr beliebten Distributionen Antergos oder Apricity OS.

Apricity OS

Unter den zehn beliebtesten Distros: Apricity OS, praktisch über Nacht Geschichte.

Eine klare Linie gibt es nicht. Kein Entwickler weiß so genau, was der andere gerade tut – die Fragmentierung ist nahezu grenzenlos und es herrscht selbst unter den Vorreitern regelrecht die Anarchie. Das ist auch das Kernproblem, warum nur wenige Softwareschmieden Interesse haben, Anwendersoftware für Linux zu entwickeln. Ein freies Betriebssystem zu haben ist toll, doch die Frage muss geklärt sein, welche Vorteile Ihnen die Gegebenheiten bringen und ob Sie sich mit Ihrer Ausgangslage umstellen können.

Mit Linux wäre das nicht passiert!

Ein anderes Problem sind die Nutzer selbst. Fans, die oft extremistisch auftreten, die sich verbal nur zu gerne im Ton vergreifen, wenn ihre Aussagen auf dem Prüfstand stehen. Werfen Sie ruhig einen kurzen Blick in die Kommentar-Sektion. Genauso scheut man nicht davor zurück, alles und jeden für ahnungslos zu erklären, wenn deren Meinung nicht geteilt wird. Und wenn Sie sich für eine Linux-Distro entschieden haben, dann garantiert für die falsche.

There are extremists in the free software world, but that’s one major reason why I don’t call what I do ‚free software‘ any more.
(Linus Torvalds – Schöpfer des Linux-Betriebssystems)

Entweder, oder…

Rein auf Sicherheit und Kostenvorteil sollte man sich nicht verlassen. Natürlich entfallen Lizenzgebühren und man hat ein sicheres System, doch wenn es nicht auch den individuellen Anforderungen entspricht, hat man ein Problem. Dafür gibt es genügend prominente Beispiele, zum Beispiel die niedersächsische Steuerverwaltung, oder auch die Stadt München, die händeringend von Linux zurück zu Windows wechselte. Oder die Städte Freiburg, Wien, Pesaro, die brasilianische Regierung, das deutsche Auswärtige Amt und noch andere. Glaubt man den Fans, hat natürlich Microsoft die Finger im Spiel. Bestechung, Intrigen, Machenschaften und wenn es das nicht ist, sind es dumme Anwender oder dumme IT-Abteilungen – liest man die Kritiker, ist das die einzige Resonanz.

Wenn Sie den Eindruck haben, als würde ich Linux schlechtreden, oder es Ihnen partout ausreden wollen, täuschen Sie sich. Als Anwender müssen Sie sich aber bewusst sein, worauf Sie sich einlassen. Sie packen nicht einfach Ihre Daten und Programme in einen Koffer, installieren ein neues System, packen dort wieder aus und alles funktioniert wie gewohnt. Wenn man überhaupt umsteigen möchte, muss Zeit investiert werden. Man muss sich mit dem Neuen befassen, Ersatz für Anwendungen finden und auch diesen Ersatz erst wieder lernen. Oberste Priorität muss daher haben, dass Sie sich schon vorher mit der Materie befassen und sich nichts einfach aufdrängen lassen.

Linux kennenlernen

Installieren Sie auf Ihrem bestehenden System eine „virtuelle Maschine“, zum Beispiel durch die kostenlose Software Oracle VirtualBox. Es handelt sich dabei um ein Programm das es ermöglicht, ein zweites Betriebssystem in Ihrem aktuellen zu verwenden – ein Computer im Computer also. Das Betriebssystem das Sie aktuell nutzen, wird dadurch nicht angetastet und ist somit eine tolle Möglichkeit, Linux kennen zu lernen. Damit entfällt auch das Risiko, grundlegende Einstellungen am bestehenden System unbrauchbar zu machen.

Bei der Auswahl einer individuell passenden Distribution sollten Sie sich auch nicht auf persönliche Empfehlungen verlassen, sondern durch die Vorteile einer virtuellen Maschine selbst die Entscheidung treffen. Als Orientierungshilfe bieten sich Portale wie DistroWatch oder DistroChooser an. Das bietet auch gleichzeitig den Vorteil, dass Ihre angeschlossenen Geräte vorweg auf Funktion untersucht und Software gefunden werden kann, die individuelle Ansprüche erfüllt und eigenen Bedürfnissen zusagt.

Was bietet Linux?

Eine ganze Menge. Vorausgesetzt Sie verfügen über ausreichendes Anwenderwissen, haben Sie die volle Kontrolle über das System, seine Prozesse und die Gestaltung. Linux bietet hohe Sicherheitsstandards. Es ist wahr, dass 90% aller Schadsoftware auf Microsoft Windows zielt, das ist aber nicht der einzige Grund. Durch intelligente Rechteverwaltung und basierend auf der auf Geschwindigkeit ausgelegten Architektur von Linux, haben es Manipulatoren deutlich schwerer als unter Windows und das System ist immer gleichbleibend schnell. Auch die Gefahr selbst grundlegende Einstellungen zu beschädigen ist deutlich reduziert. Aufgrund dieser Sicherheit und der Möglichkeit über die hervorragende Kontrolle, laufen die meisten Server und Hochleitungscomputer der Welt mit Linux.

Linux ist kostenlos. Für die Benutzung fallen Ihnen keinerlei Kosten an, weder bei der Anschaffung noch bei der Aktualisierung. Es gibt durchaus auch kostenpflichtige Versionen, diese wiederum richten sich aber nicht an Privatanwender, sondern auf die kommerzielle Nutzung. Da sich wie erwähnt in der Linux-Welt das meiste um Open Source-Software dreht, ist auch dieser Aspekt deutlich von Vorteil, denn diese Art von Software ist in der Regel ebenfalls kostenlos.

Linux lässt sich überall einsetzen, ob auf einem Mini-Rechner wie dem Raspberry Pi oder auf einem Highend-System. Es lässt sich dabei auch auf ältere, leistungsschwächere Hardware anpassen, sodass es problemlos genutzt werden kann. Nicht nur zuhause, auch im kommerziellen Bereich, egal ob Mini-Server oder Supercomputer.

Durch die Paketverwaltung lassen sich alle installierten Programme zentral verwalten und kommen von Haus aus von einer vertrauenswürdigen, geprüften Paketquelle. Auch eine restlose Deinstallation ist ohne weiteres möglich, während unter Windows meist „Dateileichen“ übrig bleiben und unnötig Speicherplatz belegen.

Linux ist keine Alternative
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36 Antworten

  1. Avatar Georg sagt:

    @Sascha D.
    Wohl wahr, aber das findet man immer und überall, egal worüber man sich „streitet“
    Aber ich denke mir immer, solange man sich noch streitet ist jeder Beteiligte Aktiv im Kopf, und das kann nicht schlecht sein.
    Jeder Argumentiert aufgrund der Argumente, die er gelernt hat, und durch eine solche Diskussion kommt es immer wieder zu Argumentationen die Informationen andeuten, die man selbst vielleicht noch nicht hat.
    Deswegen bin ich bemüht mir auch die töffeligsten Antworten an zu sehen, und mir dann zu überlegen was der Hintergrund für die Antwort sein könnte.
    (Ich Provoziere nun mal ganz bewusst 🙂 )
    Wenn nun Leute sich zu Wort melden, die ihr komplettes Wissen aus Computerbild und Konsorten haben, dann kann es doch nicht schaden, wenn jemand wie Du seine Meinung dazu sagt, denn mit 13 Jahren Linuxerfahrung kannst Du zum Beispiel was über die Entwicklung schreiben und somit aufzeigen das es sich weiter entwickelt, und das es sicherlich interessant ist sich damit zu befassen.
    Ich hab jahrelang immer wieder mal Linux auf meinem Notebook installiert und jahrelang hab ich immer wieder gesagt das es zwar nett und interessant ist, aber leider nix mit dem ich zurecht komme.
    Und irgendwann einmal war die Entwicklung so weit, das man es auch ohne IT Studium benutzen konnte. Ich bin der Beweis das man nun Linux nun auch ohne ein solches sehr gut nutzen kann, und meine Freundin ist der Beweis das ein Komplett Computer Unbedarfter sinnigerweise einen im Hintergrund haben sollte, der sich etwas damit aus kennt. Und das auch ein Solcher heute mit Linux wunderbar klar kommen kann, wenn das System erst einmal anständig eingerichtet ist.
    (Keine Linux Spezialität, erfahrungsgemäß ist das bei Windows noch wichtiger 🙂 )
    Ich hätte zum Beispiel bis zum entsprechenden Beitrag nicht gedacht das man Linux auch im DTP Bereich sehr gut und Professionell nutzen kann.
    Fand ich sehr interessant, das sich einer mit ner Firma zu Wort gemeldet hat, auch wenns primär in der Diskussion um die Private Nutzung geht.
    Ja Linux erregt die Gemüter ……. der erste Schritt zur Weltherrschaft 🙂
    (Lach)

  2. Avatar Sascha D. sagt:

    Unglaublich was hier für Unfug geschrieben wird. Wie viele haben eigentlich mehr als die Überschrift gelesen? Wo steht im Artikel, man soll Linux nicht benutzen, wer sagt es sei schlecht und wer sagt, was nichts kostet ist nichts? Aber Hauptsache angegriffen fühlen und beleidigen. Linux ist einfach nicht Windows und es sollte ja wohl jedem freistehen, was er nutzen will. Oh ja ich kenne diese „Fachartikel“, die Kommentarschlacht dabei ist aber meist noch besser 😀

    Ich nutze Linux jetzt seit 13 Jahren und ich würde nie wieder zu Windows zurück. Heißt aber jetzt nicht, dass ich Missionar spielen muss und die ganze Welt davon überzeugen will. Ja die aufgeführten PRobleme hat Linux einfach, aber man kann zusammenarbeiten und sie beseitigen und alles besser machen. Bashen und trollen hilft dagegen auch nichts

  3. Avatar Thorsten Stüker sagt:

    Okay, ich gehe gern darauf ein. Ich staffele dies ein wenig. Damits nicht langweilig wird.

    Zunächst einmal GIMP. Wir haben mit TheGimp etwa 3000 Fotos für die professionelle Print Verwendung retuschiert und bearbeitet. Warum das bei Ihnen nicht gehen soll ist mir schleierhaft.

    Für DTP verwenden wir VIVA Designer. Kostet für Windows dasselbe wie für Linux. Ist sehr leistungsstark und macht alles, was wir mir QUARK sonst gemacht haben. Etwa 1 bis 2000 Handbuchseiten nebst vielen Prospekten, Messedekos und Plakatwänden.

    Für CAD verwenden wir das Ganze denn auch noch. In meinem Unternehmen gibt es zwei CAD-Systeme unter Linux: Bricscad Mechanical mit Blechkonstruktion und Varicad. Beide laufen äußerst performant und machen deutlich weniger Ärger als unter Windows.

    Für die Leiterplattenentwicklung nutzen wir KICAD, eine Open Source Lösung mit mittlerweile Weltruf! Wir entwickeln medizintechnische Geräte damit. Problemlos!

    Für die Videoerstellung verwenden wir Kdenlive, ein Videoeditor für Linux und sind sehr zufrieden damit. Wir haben damit mittlerweile an die einhundert Stunden Videos produziert und die sehen nicht schlechter aus, als mit einer anderen Lösung.

    Fürs Office natürlich Libre Office und Openoffice (ja, ist halt passiert, wir wollten eigentlich alle Libre, aber ein Rechner hatte vorher schon Apacvhe open und wir sind faul, wie jeder Mensch.

    Für unsere Server nutzen wir, man glaubt es kaum, Linux. Läuft.

    Für die CAM-Programmierung nutzen wir Condacam unter Linux. Läuft. Für Spezialanwendungen nutzen wir Adem CAM unter Linux. Läuft.

    Für die E-Mail und Kalender wird unternehmensweit Thunderbird genutzt und auch die Server dazu laufen —> unter Linux.

    Unsere Software- und Firmwareentwicklung wird unter Linux durchgeführt, durch unsere Cross-Plattform Tools haben wir Zielplattformen von ARM bzw. Atmel bis Windows, Linux, MAC OS, IOS, ANDROID. Läuft.

    Unsere CNC-Fräsen laufen auch, wer kann das noch alles glauben, unter Linux. Aber so was von.

    Warum also Linux? Weil Microsoft uns mit Updates die Softwareentwicklung mehr als ein mal komplett still gelegt hat, Lizenzmanager von Windowsprogrammen schon mal Präsentationen beim Kunden und arbeiten im uRLAUB WIRKSAM VERHINDERT haben, weil Updates in nicht laufenden Rechnern resultierten und weil das Ganze nicht wirklich performant ist. Wir haben den direkten Vergleich im DTP bei gleicher Hardware Linux 25% wschneller, im CAD über 30%, die CAM-Programmierung ist etwa gleich auf, da mit Wine. Was also wollen Sie erzählen, außer dem wirklich dummen Zeug, das Sie hier verzapfen.

    Die Windows-Rückkehr-Entscheidung war eine ausschließlich politische Entscheidung die Millionen kostet. Nicht wegen angeblicher Umstellungen, sondern aufgrund der Lizenzkosten an Microsoft. Was also wollen Sie uns hier erzählen?

    Weder haben Sie Ahnung von Softwareerstellung, noch von Informatik. Sprüche klopfen geht ja ganz gut, aber wirklich einmal objektiv verbleiben nicht.

    Ich kenne viele, die Linux ausprobiert haben und sich nicht umgewöhnen wollten, weil sie die alten Adobe Produkte nutzten. Gut, kann ich verstehen. Aber das Geschwurbel, was Sie hier absondern, nein, das kann ich nicht verstehen. Keiner hier im Betrieb kann das.

    • Tim Schropp Tim Schropp sagt:

      Hallo Herr Stücker,
      wie schon Ihr Beitrag von Oktober ist auch dieser ziemlich am Thema vorbei. Verzeihen Sie mir, aber ich kann mich nur wiederholen: Hier ist noch immer nicht die Rede vom industriellen Einsatz bzw. vom Einsatz in der Softwareentwicklung oder gar auf Servern. Das steht so sogar mehrmals im Artikel. Was also möchten SIE mir erzählen?

      Dennoch ziehe ich die Schlussfolgerung, dass Sie diesen Beitrag wohl doch so interessant finden, um ihn im Abstand mehrerer Monate zu besuchen und mehrfach zu kommentieren. Das finde ich interessant und freue mich bald wieder von Ihnen zu hören.

  4. Avatar Georg sagt:

    Halbwissen ist ne Ziemlich feine Sache, vor allem beim Thema Linux, nur leider gibt es zu viele denen dieses Fehlt.
    Selbstverständlich ist Linux nicht gegen hacken und Trojaner gefeit, die einzige Möglichkeit absolute Sicherheit zu haben ist ….. Niemals den PC an zu schalten.
    Aber die Wahrscheinlichkeit sich mit einem Windowsrechner nen Trojaner, nen Virus u.s.w. Ein zu fangen ist bei weitem Größer als das dies bei einem Linux Rechner passiert.

    @Nick
    „Genau solche mit gefährlichem Halbwissen gefüllte Blogs, sind wunderbares Futter für Upload-Filter.“

    Was hat dies nun mit den Uploadfiltern zu tun ?
    Aber wäre nett, wenn Du uns an deinem Fundierten Vollwissen teilhaben lassen würdest, denn möglicherweise hast Du ja auch Argumente, die uns in unserer Diskussion weiter bringen.

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/671489/umfrage/entwicklung-der-anzahl-der-schadprogramme-fuer-windows/

    Geht zwar nur bis 2016 die Statistik aber interessand ist sie dennoch

    https://www.com-magazin.de/news/sicherheit/ist-linux-sicherer-als-windows-6302.html
    https://www.pcwelt.de/ratgeber/Darum-ist-Linux-ein-sicheres-Betriebssystem-10050524.html

    Gefärliches Halbwissen von heise.de hab ich auch gefunden :

    https://www.heise.de/tipps-tricks/Virenschutz-unter-Linux-3885535.html

  5. Avatar Nick sagt:

    Genau solche mit gefährlichem Halbwissen gefüllte Blogs, sind wunderbares Futter für Upload-Filter. Bedauerlich das es erlaubt ist offenkundig falsche Informationen zu verbreiten, die sichtbar und absichtlich negativ behaftet sind.

    Gruß aus der Realität
    Nick

    • Tim Schropp Tim Schropp sagt:

      Hallo Nick,
      natürlich möchtest du nicht näher auf das gefährliche Halbwissen eingehen, oder irgendwelche Indizien für deine Unterstellung liefern? Durch deine erregte Schreibweise scheinst du dich angegriffen zu fühlen – warum? Übrigens erfüllen Upload-Filter eine andere Funktion, als Artikel die dir nicht gefallen, aus dem Internet zu entfernen.

      Viele Grüße,
      Tim

  6. Avatar Darius sagt:

    Hallo Tim,

    ich arbeite seit vielen Jahren mit dem Computer im Bereich der Architektur, Multimedia, Grafik und CAD. Bisher vornehmlich auf Windows.
    Alle paar Jahre, wenn ich den PC neu aufsetze, teste ich auch wieder Linux, denn eigentlich will ich spätestens seit Windows10 und dem Belauschen der Nutzer weg von Windows. Ich muss auch sagen, dass Linux als Betriebssystem sich wirklich gut weiterentwickelt hat und sich schlanker, moderner und schneller als Windows anfühlt. Inbesondere Manjaro gefällt mir sehr gut. Da ich mich nicht unbedingt als DAU und unbedarften Heimanwender sehe, würfte ich also mit Linux gut zurecht kommen, leider nein:

    Leider fangen dann aber auch schon die Probleme an- Stichwort Diversität.
    Test1 Manjaro KDE Plasma: Nach Umstellung der Treiber in den Systemeinstellungen von opensource auf kommerziell startet Manjaro nicht mehr..das dürte nicht passieren.
    Test2 Manjaro KDE Plasma: Ich kann als Root keine Anpassungen vornehmen, die Funktion ist nicht mehr unterstützt. Wer hatte die Idee?
    Test3 Manjaro Cinnamon: Artefakte auf dem zweiten Bildschirm, Fenster werden nicht immer richtig aufgebaut, nicht überzeugend.
    Test4 Manjaro XFce: noch am besten, bis auf gelegentliche Macken.

    Software:
    Gimp: sieht schon besser aus als früher,… ich lege zum Test eine 3000×2500 Pixel Datei an. Ich mache eine perspektivische Verzerrung,
    Gimp warnt mich, das es eine große Datei ist (3000 Pixel ist nicht groß?), Gimp hängt sich auf bei Ausführung.

    Scribus:
    auf XFce Menüleiste nicht lesbar (schwarze Ikone auf dunkelgrauer Leiste?). Menüpaletten springen bei jedem Neustart in die linke obere Ecke des ersten Bildschirmes, den Fehler gibt es wohl nach Recherche schon Jahre.

    Leider haben sich damit gleich die viel gepriesenen „besten“ Programme unter Linux als unbrauchbar erwiesen. Sie müssten ja nicht den Umfang eines Photoshop oder Indesign haben, aber zuverlässig und stabil arbeiten. Aber das sehe ich nicht. Insgesamt habe ich auch den Eindruck, das die Programme, leider, in der Entwicklung weit hinter der kommerziellen Konkurrenz zurück liegen. Das schönste Betriebssystem nutzt nichts, wenn viele Programme von Benutzung und Funktionsumfang wie aus der Zeit von Windows 3.1 anmuten.
    Würde die Community die Manpower, welche in zig Derivate und Diversität fließt, eher darauf konzentrieren die Kernprogramme aus allen Anwendungsbereichen auf hohes Niveau zu bringen, dann wäre eine bessere Alternative zu Windows geschaffen.

    Andere Bereiche sind auch noch kompliziert, will ich mir etwa Autodesk Maya unter Manjaro installieren und nicht unter CentOS, muss ich mir ein eigenes PKBUILD bauen, dies setzt schon viel Sachverstand voraus. Habe ich hinbekommen, aber der Normalnutzer würde meist scheitern – wie auch bei jedem anderen Programm, wo noch kein oder kein aktuelles Build existiert.
    Auch eine Einrichtung von Spielen, wie etwa World of Warcraft, oder Sims, ist nicht ohne. Oft funktioniert hier ohne Probieren und Sachverstand, selbst mit Lutris, nicht alles auf Anhieb – auch hier würden viele wieder scheitern.

    Ferner gibt es natürlich noch weitere Krücken, so wie das HP Drucker gut erkannt werden, aber die Scaneinheit nicht und diese nur mit verkrüppeltem Umfang, den automatischen Einzug habe ich nicht hinbekommen.

    Ich werde Linux trotzdem im Auge behalten. VIelleicht wird ja mit einem gemeinsamen Paketmanager für alle Linux alles besser 🙂

  7. Avatar Georg sagt:

    Kann ich in allen Punkten zustimmen.
    Wie bei anderen Technischen Geräten auch muß man sich vorher überlegen wozu man es verwenden will.
    Ich betreibe ein kleines Internet Radio und wir bekommen z.B. Musik zu Promozwecken. Da ich die auf keinen Fall irgendwo extern lager möchte, denn es kann für uns ziemlich teuer und übel werden wenn diese Musik dann irgendwo als Raubkopie auftaucht, habe ich halt nen eigenen Cloudserver laufen, was unter Linux gelinde gesagt Ideotensicher ist 🙂
    Aktuell läuft mein Rechner seit knapp über 3 Wochen, ohne Reboot, Das ganze obwohl ich diverse Systemupdates in der Zwischenzeit eingespielt habe.
    Mit einer Prozessorlast von 2-5% bei einer Taktung von 800 Mhz ab und an mal 1,9 Ghz.
    Erfahrungsgemäß ist dies mit Windows nicht möglich, da der irgendwie immer mehr Ressourcen verbraucht, jeh weniger man damit macht 😉
    Würde jedem empfehlen mal nen Ressourcen Monitor zu starten und den Rechner ne Stunde in Ruhe lassen, und sich dann ansehen was mit der Prozessorlast passiert 🙂
    Andererseits gibt es aber halt auch dinge, die man nicht mit Linux machen kann und deswegen wird es für den einen oder anderen auch keine Alternative geben, es sei denn er kauft sich nen Apfel.
    Ich weiß ich wiederhole mich 🙂
    Es gibt in Zeitschriften oder auch frei zum Download reichlich Linux Live CD’s von denen kann man den Rechner booten und gucken ob Linux für einen Interessant sein könnte. Wenns interessant ist, kann man es in der Regel von dieser CD aus direkt und parallel zu Windows installieren. (Auch ich empfehle Mint Linux, allerdings die LMDE version)
    Einfach mal die Angst vor dem neuen ablegen und dem Spieltrieb freien lauf lassen 🙂
    Vorher selbstverständlich ( Aber man kann es nicht oft genug sagen 🙂 ) Alle wichtigen Daten auf ne Externe Platte sichern, die man dann vom Rechner entnervt.
    (Sollte man sowieso regelmäßig machen 😉 )

    • Tim Schropp Tim Schropp sagt:

      Hallo Georg,
      vielen Dank für diesen Beitrag. Für Tests und Spielereien würde ich jedoch VirtualBox empfehlen. Das macht die Sache komfortabler und das Risiko für weniger versierte Nutzer ist geringer. Aber durchaus, Backups sind immer wichtig 😉

  8. Avatar myopinion sagt:

    Interessanter Artikel, interessante Kommentare.
    Überall ein Quentchen Wahrheit drinnen.
    Am Ende kann man nicht pauschal sagen, ob Linux oder Windows besser ist.
    Das hängt von individuellen Anforderungen und Bedürfnissen ab und muss jeder selber entscheiden.
    Die Hardware Situation ist auf jedenfall besser geworden, bei Linux.
    In letzter Zeit hatte ich keinen großen Zeitaufwand, wenn ich z.B meinen Canon MG3550 WLAN Drucker installieren wollte.
    Auch mein Xiaomi und mein Cubot Smartphone werden problemlos erkannt, Datenaustausch kein Problem.
    Nur Apple Geräte sind hier die Ausnahme.
    Ich kann auch Custom ROMś mittels ADB problemlos flashen, wenn ich will.
    Ich arbeite momentan mit Windows 10 Home, Office 365 aber auch Linux Mint 19.1 und Softmaker Office 2018.
    Softmaker Office, hat mich letzten Black Friday gerade einmal 20€ gekostet.
    Optisch sieht es aus wie Microsoft Office, nur ein paar Begriffe im Menü sind anders benannt.
    Dieses Office hat keinerlei Problem beim Speichern von Microsoft Office Formaten, sodass es am Ende für mich egal ist, ob ich gerade mit Windows 10 arbeite oder mit Linux Mint, wenn ich eine Datei öffne/speichere.
    Libre Office hat mich hier öfters schon enttäuscht, da nützt es mir nichts, wenn es kostenlos ist.
    Als Browser läuft bei mir unter Win10 und Linux Mint, Google Chrome.
    Auch hier kann ich die gleichen Dinge machen, selbst Netflix funktioniert.
    Der einzige Grund, warum ich nicht komplett mit Linux arbeite, wurde hier schon angesprochen.
    Manchmal braucht man z.B. exe. Dateien, weil die Hersteller nichts anderes anbieten.
    Und beruflich wird auch immer MS Office Kenntnis gefordert.
    Hier würde ich mir ein Umdenken wünschen bei den Firmen.
    Erschütternd finde ich, dass in einigen Firmen immer noch der Internet Explorer verwendet wird.
    Auch in Schulen sollte man anfangen, den Schülern Alternativen zu Windows aufzuzeigen, ohne religiös fanatisch zu werden, einfach zeigen, dass es auch andere Optionen gibt.
    Am meisten beeindrucken mich bei Linux die Stabilität, die Geschwindigkeit und die zuverlässigen Updates, das Rechtesystem, , die einen Bruchteil der Zeit dauern, die man bei Windows 10 dafür benötigt.
    Auch gibt es keine Telemetrie, wie bei Windows 10…
    In letzter Zeit wurde die Qualität der Updates, bei Windows 10 auch eher schlecht.
    Am Ende muss aber jeder selber wissen, was er braucht und am besten findet.

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